Heute - Donnerstag - ist unser vorletzter Tag hier in Neuseeland. Auckland ist eine ziemliche Großstadt. Unser Mietwagen ist seit gestern bereits zurückgegeben und wir hatten jetzt einen ganzen Tag zum Stadt angucken, shoppen und nochmal nett Essen zu gehen.
Hier gibt es viele hohe Häuser, Lärm und Dreck, ganz viele Baustellen, anscheinend ein ganz seltsames System wie man Busse (die eigentlich auf einem inneren und einem äußeren Ring durch die Stadt fahren sollten) fahren lässt. Aber auch ganz viele Geschäfte (Winterschlussverkauf), Yachten, Kunst, Parks und Blümchen, nette Menschen, (unfreiwillig) witzige Kellner im italienischen Restaurant. Gefühlt gibt es hier noch viel mehr Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, z.B. bekommt man hier alles Asiatische was man möchte. Wir hatten uns gestern für japanisches Essen (Okonomyaki) entschieden, waren in einer Arcade-Spielhalle und ein paar japanischen Läden. Heute haben wir zum Ausgleich dann ein paar ordentliche neuseeländische Lammkeulen und Steaks gegessen.

Mittwoch ging es für uns auf den letzten Ausflug mit Auto. Wir sind für den Tag in den Norden gefahren um uns dort den Wald und die majestätischen Kauri-Bäume anzuschauen.

Dienstag sind wir noch vor dem Regen zum "Cathedral Cove" gewandert und anschließend nach Auckland gefahren.

Nun haben wir auch Hobbiton besichtigt. Ziemlich viele Touristen dort. In der Hauptsaison starten die Touren alle 5 Minuten, jetzt war es aber noch nicht ganz so schlimm, obwohl Australien und Neuseeland seit letztem Wochenende Ferien haben. Das Filmset steht dort (dauerhaft) seit den Dreharbeiten zu den "Hobbit"-Filmen, hier wurden die Außen-Szenen vom Auenland ("The Shire") gedreht. Wir konnten uns alle Hobbit-Höhlen anschauen und genug Fotos machen.

Wir sind inzwischen in Coromandel, in schnuckeligen Hütten auf einem Campingplatz untergekommen. Den Schwefel haben wir weit hinter uns gelassen.
Highlight hier ist der "Hot Water Beach": Durch den Sand läuft heißes Wasser, man muss sich nur eine Kuhle in den Strand buddeln und hat ein schönes, heißes Bad. Also je nach Stelle auch wirklich heiß. Der Pazifik sieht auch sehr einladend aus, ist aber immer noch recht kalt.

Gleich gehen wir mal schauen, ob wir hier noch ein paar Glow Worms finden, angeblich gibt es hier welche. (Und leuchtende Algen oder soetwas) Außerdem wir haben in den Sommermodus umgeschaltet, vorletzte Nacht haben wir unsere Uhren eine Stunde vor-gestellt.

Es stinkt immernoch! Und es wurde noch viel schlimmer! Unser heutiger Besuch im Wai-o-tapu Thermal Wonderland war sozusagen ein "atemberaubendes" Erlebnis. Im Park führt ein Rundweg vorbei an den Thermalwundern und Kuriositäten der Region. Vom Geysir über blubbernde Schlammlöcher bis hin zu bunt gefärbten Gewässern ist für Jeden was dabei! Wenn der Geruch nach wahlweise faulen Eiern oder Mettwurst (nur beissender) nicht wäre, wirklich eine tolle Sache...

Danach erstmal eine Runde frische Luft schnappen. So ging es ab in luftige Höhen auf dem Redwood Treewalk, einem kurzen Spazierweg auf Hängebrücken durch den örtlichen Redwood Wald. (1901 gepflanzt mit kanadischem Redwood.) Die Runde haben wir einmal im Hellen und am Abend noch einmal im Dunkeln, mit Illumination durch Riesenlaternen, gedreht.

Zwischendurch waren wir noch kurz in Wakarewarewa, einem Maoridorf, das mitten im Thermalgebiet liegt. Nachteile: Es dampft und mieft auch hier überall (allerdings macht das den Anwohnern wahrscheinlich eh nichts mehr aus). Vorteile: kostenlose, unbegrenzte Warmwasserversorgung (z.B. für die Dorfbadestellen), sowie öffentliche, natürliche Dampfgarer und ein bodenloser Schnellkochtopf.
Wir wurden von einer jüngeren Maori-Dame herumgeführt, die selbst im Dorf lebt.

Liebes Tagebuch, heute riecht es nach fiesem Pups. Also... halb Rotorua riecht nach Schwefel.

Aber der Reihe nach:
Auf dem Weg hierhin haben wir zunächst einen Zwischenstopp auf dem Wochenmarkt in Taupo gemacht. Einen niedliche Mischung aus leicht schrägem Kunsthandwerk ( wir werden demnächst auch Windspiele aus Teekannen und Löffeln basteln) und Süßigkeiten.
Desweiteren ging es weiter zu den Huka-Falls. Der Huka versorgt gleich mehrere Kraftwerke und bei den Wasserfällen, mehr eine Weißwasserschlucht, zeigt er sich in einem eisigen Blau.
In ummittelbarer Nachbarschaft der Wasserfällen finden sich außerdem zwei Thermalkraftwerke. Eines davon haben wir uns von Außen angesehen, also gab es vor allem viele, lange Rohre und Dampf zu sehen. Ab hier sollte uns der Geruch nach faulen Eiern begleiten.

Außerdem war es heute endlich soweit: wir haben echte Kiwis gesehen! Einen dicken, eine ältere Dame, eine jüngere Dame und ein zwei Tage altes Küken (so süß!). Zwar nicht in der freien Wildbahn, aber da sieht man sie sowieso nur wenn man unwahrscheinlich viel Glück hat und außerdem sind sie nachtaktiv. Fotos waren leider nicht erlaubt, es war aber jeden Neuseeland-Dollar Eintritt wert;-). Übrigens: Kiwis bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner/in zusammen. Während die Damen Eier legen, die 25% ihres Körpergewichts entsprechen, sind die Väter fürs Brüten die Kinderbetreuung zuständig.

Das Highlight des heutigen Abends war unser Hangi in einem der örtlichen Maori-Dörfer. Wir wurden vom besten Busfahrer der Welt am Hotel eingesammelt und mit großartigen Unterhaltungsprogramm zum Dorf chauffiert. Dort gab es zunächst ein Begrüßungritual streng nach Protokoll, danach eine kleine Stationswanderung durch das Dorf, in der wir (mit Publikumsbeteiligung) das Leben der Maori kennen lernen konnten. Nach einigem Kulturprogramm (Singen, Haka usw.) gab es dann ein im Erdofen gegartes Buffet. Der Abend endete mit einer musikalischen Busfahrt nach Hause und einigen Ehrenrunden im Kreisverkehr.

Heute treten wir unseren Weg Richtung Norden an. Bei Wellington ist der State Highway 1 sogar mehrspurig. Doch 4 Spuren pro Richtung sind ein kurzes Vergnügen, denn wenig später wird es wieder zur Landstraße, durch Heideland, in dem diesmal schwarze Büsche und neuseeländische Panzer und Soldaten wachsen. Außerdem ging es vorbei am wolkenverhangenen Tongariro National Park, der für Peter Jackson als Mordor erhalten musste. Die Person, die das Radioprogramm ausgesucht hat, mag anscheinend Metallica. Lake Taupo - haben wir gestern im Museum gelernt - ist die Caldera von einem Supervulkan und wir wohnen nun direkt am Ufer. Ein bisschen außerhalb der Stadt gibt es daher praktischerweise heiße Quellen, die bei Locals und Besuchern gleichermaßen beliebt sind.

Donnerstag: Wellington ist eine Stadt mit netten Leuten und viel zu Sehen. Europcar ist leider ein Saftladen, aber irgendwie haben wir doch noch unser Auto für die Nordinsel bekommen, nach einigem Telefonieren, warten, zahlreichen wiedersprüchen Informationen und erst nach der Nacht.
Wellington ist die zweitgrößte und die Hauptstadt von Neuseeland. Für den Tag haben wir uns aufgeteilt und uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Wir waren im Wildpark "Zeelandia", der ist recht naturbelassen und eingezäunt, damit die einheimischen, meist flugunfähigen, Vögel nicht gefressen werden. Und wir waren im Museum " Te Papa" und haben unsere Kenntnisse in Geschichte, Geografie und Kultur aufgebessert. Eigentlich gibt es dort alles zu sehen, von Gondwana über Plattentektonik, Vulkanismus, Maori-Kultur (inkl. Kanu (Original) und geklautem - und mittlerweile wieder zurückgegebenen - original Maori-Versammlungshaus), Entdecker und europäischer Besiedlung, Beteiligung im ersten Weltkrieg bis hin zu eingelegtem Riesenoktopus und moderner Kunst.
Die nette Busfahrerin vom kostenlosen Zeelandia-Shuttle hat uns noch ein wenig die Stadt erklärt und Nachmittags sind wir dann wahlweise durch den Botanischen Garten geschlendert oder haben das Cable-Car zurück in die Stadt genommen, haben das größte Holzhaus der südlichen Hemisphäre und das Parlament etc bestaunt. Unser Hotel liegt an der Cuba Steet, das ist eher so die Hipster-Straße unweit der Partymeile.

Kurze Schreibpause... Mittwoch sind wir vom Abel-Tasman aufgebrochen und haben die "Erlebnis"-Route nach Picton genommen, um dort die 19-Uhr-Fähre nach Wellington zu nehmen. Meist ist hier in NZ 100km/h die Geschwindigkeitsbegrenzung, 80 durch's Dorf und 50 km/h, wenn das Dorf mehr als eine Tankstelle, Supermarkt, wahlweise öffentliche Toilette und ein paar Häuser hat. Ausnahmsweise war auf unserer Route mal durchgehend 50 das Limit... Nicht dass man auf der kurvigen Küstenstraße irgendwie schneller fahren hätte können. Wir konnten auf dem Weg noch ein bisschen vom Malborough Sound sehen und in Picton noch Shoppen gehen, die Überfahrt war dann leider im Dunklen.

Das Wetter hat sich wieder verbessert auf 15°C, vormittags bewölkt, nachmittags sonnig. Leider konnten wir an keiner Kajak-Tour mehr teilnehmen -- unsere Info war dass man zeitig morgens dort auftauchen und buchen kann -- das funktioniert in der Nebensaison aber leider nicht. Stattdessen sind wir mit dem Boot am Abel-Tasman Nationalpark entlanggefahren, in der Mitte ausgestiegen und konnten einige Kilometer vom Wanderweg laufen, bis uns das Boot dann Nachmittags wieder zurück gefahren hat. Wir haben wieder Keas, Wekas, Tuis, Enten und andere Vögel gesehen, riesige Hummeln, wurden nochmal von Sandflies gebissen und in unserer Abwesenheit haben sich Ameisen über unsere Küche hergemacht.

Zur Abwechselung mal wieder ein Tag, an dem wir eine größere Strecke mit dem Auto zurücklegen müssen. Aber es regnet sowieso seit heute Nacht durch. Heute Morgen haben wir noch Weka Vögel und Seelöwen besucht. Abendessen und Frühstück haben wir selbst gemacht, hier gibt es ansonsten nicht viel. Seitdem wir nicht mehr in den ganz hohen Bergen sind, gibt es auch wieder durchgehend Radioempfang im Auto. Hier läuft ein bunter Mix an Liedern, inklusive schon dem zweiten Lied von Falco.
Zeilort für die nächsten anderthalb Tage: Kaiteriteri am Abel-Tasman National Park. Das Motel & Holiday Park war ein Schnäppchen, ist sehr geräumig und wir haben sogar eine eigene Waschmaschine in unserer Küche. Da hätten wir uns gestern spät Waschen sparen können. So langsam ist der Regen auch durch und wir hoffen morgen auf Wetter zum Wandern oder Kajak fahren.

Gestern Abend sind die All Blacks mit einem Sieg in die Rugby WM gestartet. Das Spiel startete erst gegen 23Uhr, daher haben wir es nicht zuende geschaut, aber den Kickoff und das vorherige Haka der Mannschaft haben wir uns natürlich noch angeschaut.
Heute morgen führte uns unser Weg dann weiter, vorbei an den Pancake Rocks, bis nach Charleston. Hier haben wir noch eine Wanderung durch den Regenwald unternommen. Der Weg führte wahlweise an den Schienen einer kleinen Eisenbahn entlang oder mitten durch den Busch durch Lianen und Riesenfarne. Am Ende der Bahnstrecke, tief im Wald, lag noch eine Höhle, in der Glowworm Touren angeboten werden. Leider darf man die Höhle auch nur während dieser Touren betreten. Wir kamen also nicht rein.

Nun sind wir in Hokitika. Heute morgen sind wir an *den* Postkarten-Motiven für Neuseeland vorbeigekommen, allerdings war es etwas neblig, so dass man aus unseren Fotos jetzt vielleicht doch keine Postkarten drucken muss. Auf dem Weg konnten wir noch kurz Zwischenstopp machen um uns den Fox-Gletscher und den Franz-Josef-Gletscher von Ferne anzuschauen. Hokitika liegt wieder direkt am Meer/Ozean. Heute Abend ist es nicht ganz so kalt. Wir waren gerade eben noch Glow-Worms gucken und sind inzwischen in unserem - wie üblich dürftig isolierten, aber üppig mit elektrischen Heizlüftern ausgestattetem - Motel angekommen. Gleich beginnt das Rugby-Spiel Neuseeland gegen Südafrika. Liebe Grüße

In Queenstown waren N und H noch Sommerrodeln und danach sind wir den ganzen Tag bis zum Fox Gletscher gefahren. Die Highways hier sind vergleichbar mit Landstraßen, mehr als 100km/h sind nirgends erlaubt, aber auch selten möglich. Wir haben mehrere Pässe über die Berge genommen und unzählige einspurige Brücken überquert. Wir haben einen Kea beim Würmer-suchen fotografiert und sind kurz vorm Sonnenuntergang an der Tasmanischen See gewesen.

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